Den eigenen Körper herunter geschaut - es sah nicht gerade nach Surferfigur aus. Die Haut war längst nicht so braun und auf coole Sprüche am Strand hatten wir auch keine Lust. Schon gar nicht von einem blonden, gestylten, Sonnenbrillenträger.
Wellenreiten kann auch ganz anders erlernt werden. Besonders dann, wenn man sich in Meditation, Atmung und Körperübungen auf die Naturgewalt Wasser vorbereiten kann. Eine echte Alternative zu den üblichen Aufwärmeübungen ist Yoga. Und nicht nur dafür.
Yoga und Surfen ergänzen sich viel mehr als man zunächst annimmt. Und noch einen Vorteil hat die Kombination, die zunächst unterschiedlichen Geschlechterinteressen werden beide bedient.
Die männliche Seite war zunächst dem Erlernen des Wellenreiten zugeneigt, der Yogateil jedoch dem weiblichen. Das sich diese Grenzen aufheben, stellte zeigte sich schon nach dem ersten Tag.
Eine Woche standen wir um 9:30 am Strand und begannen unseren „Trainingstag“ mit dem Sonnengruss vor den tosenden Atlantikwellen. Nach eineinhalb Stunden Meditation, Körperübungen und aktiver Atmung wurden die Boards klargemacht und zum fachmännisch ausgesuchten Surfspot gefahren.
Unser Surflehrer Stefan Gautschi lehrt uns in sehr geduldiger und freundlicher Art was für das Stehen auf dem Brett alles nötig ist. Dazu ist nicht nur die Technik wichtig, sondern wir wurden ebenso im genauen Beobachten des Meeres mit seinen Strömungen und gefährlichen Untiefen geschult.
Adrenalin, Freude und Enttäuschung stehen sich nach den ersten Stunden Stehversuchen auf dem Brett sehr nahe. Der yogageschulte Geist will noch einmal hinter die sich brechenden Wellenlinie, doch dem Körper verlassen am Nachmittag die Kräfte. Nicht so schlimm, - wir haben ja eine Woche Zeit. Am Abend reicht die Kraft gerade noch für ein Bier zum Sonnenuntergang - die Glieder sind restlos erschöpft. Selten schläft man so gut, wie nach einem Tag Yoga und Wellenreiten.
Der nächste Morgen ist dagegen um so schwerer. Wir sind erstaunt welche Muskeln wir spüren. Ob dies nun vom Yoga oder Surfen kommt ist nicht zu ergründen. Am liebsten würde man im Bett bleiben und den Tag später auf seinem Badehandtuch verbringen.
Aber nach dem ersten „Sonnengruss“ am leeren Sandstrand Fuerteventura atmet man den Geist des Meeres in sich hinein - und die Seele verbindet sich mit den Gewalten der Natur. <
Das „Rootstylecamp“ bietet eine Kombination aus Yogakurs und Surfschule für Anfänger und Fortgeschrittene. Professionelle Surf- und Yogalehrer bieten eine sehr persönliche Betreuung in kleinen Gruppen an. Näheres unter www.rootstylecamp.com